Blumiges

Bei meiner Vorserien-Mia sind die beiden außeren Drucktasten zur Türöffnung vergilbt. Ein freundlicher Mensch hat mir zwei besser erhaltene Exemplare zukommen lassen.

P1000470Leider muss zum Austausch der „Blume“ die gesamte Taster-Mechanik gewechselt werden – und um an diese ranzukommen, muss der Kotflügel ab.

Existierende Beschreibungen zu dem Thema waren mir eine Warnung: Da gibt es zwei versteckte Zapfen, an die man kaum drankommt. Entweder, man nimmt den Kotflügel nicht komplett ab, oder riskiert, dass diese Zapfen brechen.

Wer wagt, gewinnt: Nach Entfernen des Taster-Rähmchens, der zwei Fangbolzen, der 6 Torx-Schrauben und des einen Mia-Splints von unten, kann man den Kotflügel vorsichtig zuerst unten und dann oben abklappen und dann unter der vorderen Verkleidung herausziehen. Dort sollen Klettbänder für etwas Halt sorgen. – Einer der beiden Clipse ist bei mir gleich durchgebrochen, aber dann war die Sicht frei.

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Im Bild unten erkennt man
– oben die beiden Blech-Bohrungen für die ominösen Zapfen
– die Taster-Einheit links
– daneben deren Stecker, der gelöst werden muss
– in der Mitte den Stecker der Blinklampe
– rechts die Position der Schraube an der Vorderverkleidung, die auch gelöst werden muss.

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Bei meiner Mia ist offensichtlich der elektrische Türöffner eingebaut, aber nicht angeschlossen. Die Taster-Einheit  wird durch eine geringe Rechtsdrehung entriegelt und kann dann vorgezogen werden, wonach wiederum der Bowdenzug abnehmbar ist.

Der Zusammenbau erfolgt wiederum in umgekehrter Reihenfolge.

P1000467 P1000466Noch ein Wort zu den zwei Clips-Zapfen: Diese stecken kotflügelseitig in zwei gegensinnig (!) aufgeklebten Haltern. Da ist also Bruch schon mal vorprogrammiert. Es sollten wahrscheinlich jedesmal neue Zapfen eingesetzt werden, die dann in der Bohrung im Blech einrasten. – Da musste wieder mal mein 3D-Drucker herhalten.

Schlussendlich sind die Kotflügel wieder dran, und die weiße Blume sieht proper aus.

Ergänzung:
P1000475Auf der gegenüberliegenden Seite habe ich zunächst den Koflügel nicht abbekommen, weil die Torx-Schraube auf halber Höhe durchdrehte. Alle Versuche mit Verkanten und Aufbohren haben nicht geklappt, also musste ich den Kunststoff dort aufbrechen.
Ich habe die schmale Stelle mit Kältespray abgekühlt, dann einen Schlitzschraubendreher aufgesetzt, und mit einem leichten Hammerschlag platzt der Kunststoff genau an der gewünschten Linie. Die Schraube kann so drinbleiben und bietet immer noch einen Haltepunkt.

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etwas Politik

CO2Momentan wird allenthalben diskutiert, ob Elektromobile überhaupt umweltfreundlicher sind als Verbrenner. Natürlich ist das ein komplexes Thema, und sehr emotional dazu. Vom Schürfen des Lithiums über die Herstellung des Akkus bis zur Nutzung des deutschen Strom-Mix ist Elektromobilität durchaus nicht unbelastet.

Hinsichtlich des CO2-Fußabdruckes gibt es Berechnungsgrundlagen des Öko-Instituts in Berlin (140 kg CO2 pro erzeugter kWh Akkukapazität, 485 g CO2 pro Kilowattstunde Strom im deutschen Mix). Daraus errechnet sich für die Mia (12 kWh-Akku und Verbrauch von 14 kWh/100 km ab Steckdose), dass sie ab ca. 20.000 km Fahrleistung sauberer ist als ein 5-Liter-Diesel-Auto. Bei Ökostrom – und auch bei 50% Nutzung von Eigenstrom einer Solaranlage – sinkt der Wert auf etwa 12.000 km. Diese Fahrleistung wird von jedem genutzten Fahrzeug innerhalb 1-3 Jahren erreicht. Deshalb ist meine Botschaft: Für Kleinwagen (< 20 kWh)  im Nahverkehr ist heute schon Elektromobiliät die Lösung. Hinzu kommt, dass diese in fast allen Fällen zu Hause aufgeladen werden können und somit (fast) gar keine zusätzlichen Ladestationen benötigen. Und die Vor-Ort-Entlastung der Umwelt ist noch gar nicht eingerechnet.

Für Mittelklasse-e-Autos kommt man schnell auf 50.000 – 70.000 km nötige Fahrleistung. Dort ist meines Erachtens noch nicht das letzte Wort gesprochen, ob der Elektroantrieb die sinnvollste Lösung ist.  Aber bei der Anprangerung der Lithium-Problematik sollte man nicht vergessen, welche immensen Umweltschäden durch die Erdölförderung entstehen.

Knatter-Ton

Wenn man die Mia startet oder spätestens nach dem ersten Tritt auf die Bremse geht das Knattern los – völlig „uncool“ für ein geräuschloses E-Mobil.
nick-knattertonEs kommt von einer Membran-Vakuumpumpe am linken Unterboden der Mia und bedient den Bremskraftverstärker. Dieser benötigt ein Vakuum zum Funktionieren. Hier ist ausnahmsweise ein Verbrenner im Vorteil, denn er erzeugt das Vakuum beim Ansaugtakt, sozusagen nebenbei. Größere E-Mobile haben (geräuschlose) elektrische Bremskraftverstärker, aber bei der Mia hat man diese günstige und robuste Variante gewählt. Dennoch – das Knattern stört. Zur Dämpfung des Auspuffgeräusches ist an der Pumpe ein weicher Spiralschlauch montiert und an dessen Ende ein Sinterfilter. Das korrodiert, weshalb ich es durch einen Mini-Schalldämpfer ersetzt hatte. Der wiederum hatte leider kaum einen Effekt.

Beim Mia-Treffen in Mainz gab mir der dortige Werkstattmeister einen neuen Tipp: Die Ausblasöffnung mittels einer Schlauchverlängerung in den hinteren Akkukasten verlagern. Dann wir der „harte“ Ton draußen etwas gemildert.

Das habe ich nun ausprobiert: Der Adapter des Sinterfilters lässt sich durch eine Schnellkupplung leicht abnehmen. Stattdessen habe ich an den vorhandenen 6mm-Spiralschlauch eine Kupplung 6mm-auf-8mm angeschlossen und daran einen 8mm-Hartkunstoffschlauch.

Auspuff1

Dieser führt entlang der Bremsleitung durch eine neue Bohrung hinten in den Akkukasten (siehe Pfeil unten im Bild). Den größeren Schlauchdurchmesser habe ich gewählt, weil jede Drosselung des Auspuffs die Pumpe noch länger tuckern lässt.

Auspuff2

Nachtrag: Der Effekt ist draußen sehr deutlich!
Der Pegel in 1 m Abstand verringert sich von etwa 75 auf 63 dB. Das ist enorm!
– Leider ist er aber nun im Inneren deutlich lauter zu hören. Dagegen hilft, einen weichen Silikonschlauch statt meines Hartkunststoffschlauches zu verwenden, und diesem im Akkukasten in einem Eigenbau-Schalldämpfer (Kunststoffbehälter mit Dämmwolle) enden zu lassen ( = Tipp aus Mainz).

Risse

Entlang der Kante meiner rechten Schiebetür haben sich mehrere Risse gebildet.
Kein gutes Zeichen, weil das auf einen insgesamt versprödeten Kunstoff hin deutet.

Risse_vorher

Da die Tür dort gleichzeitig an das Dach-Panel anstößt (den ähnlichen Zustand hatte ich schon mal links), ist zunächst eine Justage der Tür angezeigt.
Die obere Tür-Führung ist bei meiner Mia allerdings bereits bis zum äußeren Anschlag eingestellt. Also bleibt nur, die viereckigen Löcher weiter auszufeilen (linke Pfeile im Bild unten) oder die ganze Schiene auszubauen und vorne etwas unterzulegen, damit sie weiter herauskommt. Die Schiene ist mit nur 3 Schrauben befestigt und dann leicht herauszunehmen (rechter Pfeil), die Tür kann derweil eingebaut bleiben.

Justage_Tür

Leider habe ich bei meiner Aktion die rechte Schraube vermurkst, und das Unterlegen hat nicht viel gebracht, weil der hintere Fangbolzen (kaum verstellbar) die Tür weiterhin schief zieht. Immerhin, ein wenig Entlastung ist erreicht, so dass ich mich nun den Rissen widmen kann.
Was tun, um zumindest ein weiteres Einreißen zu verhindern? Die Beplankung der Mia ist aus ABS, und ABS lässt sich auch durch Anlösen verkleben. Also lasse ich ein wenig Aceton mit einem Pinsel vorsichtig in die etwas aufgedehnten Spalten fließen, wische Reste sofort ab und lasse das Ganze 1 Stunde trocknen.
Das Ergebnis sieht nicht besonders schön aus, aber die Risse sind gefüllt und fixiert.

Risse_nachher

Mal sehen, wie lange das hält.

„alter e.Go“

… zu deutsch: „das andere Ich“, hier etwas doppeldeutig gemeint.

Nun rollen also die ersten e.Go Life auf die Straße: Nach der Mia (und vielleicht noch dem Smart) das erste vernünftige City-Car, konsequent für Nahverkehr und enge Innenstädte, entwickelt von den Machern des Post-Autos.

e-go-mobile-e-go-lifeIst der e.Go tatsächlich ein „anderes Ich“ der Mia? Wir sollten mal die technischen Daten vergleichen und schauen, was anders oder besser gemacht wurde, oder ob es doch nur ein „alter“ e.Go ist.

Vergleichbar ist die Mia nur mit dem kleinsten e.Go Life 20.

eGo_vs_Mia

Interessanterweise sind viele Daten ähnlich – selbst der Motor dürfte, trotz unterschiedlicher Bezeichnung, die gleiche Bauart sein. Die höhere Fahrspannung erlaubt beim e.Go dünnere Kabel und ein einfacheres Upgrade der Leistung. Auffällig ist der Gewichtsunterschied bei fast gleicher Ausrüstung. Der e.Go bringt 300 kg mehr auf die Waage, obwohl der Lithium-Ionen-Akku gleich schwer sein dürfte. Der etwas stärkere Motor ist sicher schwerer, bringt aber wegen des höheren Gewichts kaum mehr Fahrleistung, aber höheren Verbrauch.

Bleiben also Aufbau und Raumnutzung zu betrachten. Hierbei bietet der e.Go sicher den größeren Kofferraum und mehr Zuladung, zumindest gegenüber der kurzen Mia. Und nur bei maximal zwei Passagieren, was aber häufig der Fall ist.
Die Mia hingegen ist tauglicher für enge Innenstädte durch ihre Schiebetüren und das geniale Einstiegs- und Sitzkonzept. Außerdem ist sie wendiger.

Also bringt der e.Go zwar keinen echten Durchbruch, füllt aber im aktuellen Markt endlich die Lücke hin zu erschwinglichen City-Cars.

Treffen in Mainz

Für den 18. Mai hat Meister Jacobi zum zweiten Mia-Treffen eingeladen, und diesmal bin ich dabei. Weil meine Mia die 150 km bis Mainz nicht am Stück schafft, treffe ich mich vorher in der Wetterau mit Wolfgang, der seine EVaMia aus Hamburg per Trailer heranschafft. Von dort fahren wir mit unseren Mias die letzten 80 km bis Mainz ohne Probleme.

Es wird ein sonniger Tag mit netten Leuten und über 30 interessanten Mias aus ganz Europa. Ein Fachmann von E4V aus Frankreich stellt den neuen 12 kWh-Akku vor. An diversen Fahrzeugen wird vor Ort geschraubt und poliert oder nur begutachtet. Meister Jacobi bietet Vollverpflegung – auch geistig. Diverse kreative Köpfe liefern interessante Gespräche. Ein Autokorso durch Mainz und über den Rhein rundet das Ganze ab.

Darf gerne wiederholt werden 😉

Mia-Tag-2019